Der Kläger fuhr mit seinem Pkw auf seiner Fahrspur links an einem dort haltenden Bus vorbei. Ihm kam die beklagte Fahrradfahrerin entgegen, die versuchte, mit ihrem Fahrrad aus ihrer Blickrichtung links in eine Straße abzubiegen. Dabei kam es zur Kollision mit dem Pkw. Die Radfahrerin wurde gegen die Windschutzscheibe geschleudert und erheblich verletzt. Der Autofahrer erlitt einen Schock.

Vorgerichtlich zahlte der Haftpflichtversicherer der Radfahrerin 50 % der Schäden des Kraftfahrzeugführers, der Autofahrer begehrte jedoch 100 % und klagte zunähst vor dem Landgericht. Sodann kam es zur Berufung vor dem Oberlandesgericht Oldenburg (Urteil vom 31.7.2014 – 1 U19/14). Der Autofahrer bekam zu 100 % Recht. Die Radfahrerin ihrerseits begehrte mit einer Widerklage € 5.000,– Schadensersatz und ein Schmerzensgeld in Höhe von € 30.000,–. Die Klage der Radfahrerin wurde insgesamt abgewiesen.