Oberlandesgericht Nürnberg, Beschluss vom 09.04.2013 (Aktenzeichen 3 U 1897/12)

Im Rahmen der Regulierung eines Verkehrsunfalls unter Beteiligung eines Motorradfahrers wendete die gegnerische Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung gegenüber dem Geschädigten ein, dass er sich ein Mitverschulden anrechnen lassen müsse, da er keine Motorradschuhe, sondern lediglich Sportschuhe zur Zeit des Unfalls trug.

Diesen Einwand hielt das Oberlandesgericht Nürnberg nicht für richtig, es gäbe jedenfalls derzeit kein allgemeines Verkehrsbewusstsein, das das Tragen von Motorradschuhen erforderlich ist, insbesondere zum eigenen Schutz des Kraftfahrzeugführers. Aus diesem Grunde käme ein Mitverschulden auch nicht in Betracht.