Auf einer Bundesautobahn kam es zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und Lkw. Kurz vor dem Unfall hatte der Lkw-Fahrer den Fahrstreifen gewechselt. Grundsätzlich gibt es in einem solchen Fall einen Anscheinsbeweis nach § 7 Abs. 5 StVO, denn im Normalfall haftet ein „Spurwechsler“ alleine, wenn es im engen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang damit zu einem Unfall mit dem nachfolgenden Verkehr kommt.

Hier lag jedoch ein atypischer Geschehensablauf vor, der auch seitens des Lkw-Fahrers dargelegt und bewiesen werden konnte. Der hochmotorisierte Pkw hat mehrfach die Spur vor dem Lkw zunächst gewechselt und der Fahrer, der Kläger, den Lkw gezielt ausgebremst.

Die Klage des Pkw-Fahrers wurde daher abgewiesen.

(Urteil des Landgerichts Duisburg (Az. 7 S 30/14 vom 27.3.2015).